Für mich war die vergangene Woche die intensivste und schönste seit den Proben und Aufnahmen für Lucky Lindy’s Hop. Von Freitag bis Mittwoch nahm ich in Hamburg an einer Weiterbildung zum Tanz- und Bewegungspädagogen teil. Wir waren sieben Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Bereichen und hatten mit Laura Elisabeth Husemann eine wirklich sympathische, extrem kompetente und uns immer wieder neu herausfordernde Dozentin, die sich auf wirklich jeden unserer Charaktere und Erfahrungen einzustellen vermochte.

Bereits am ersten Tag ging es los mit Warm Up, dem didaktischen Aufbau eines Tanzangebots und – freiem Tanz. Ausgerechnet! Und gerade das öffnete mir eine ganz neue Welt und Erfahrungen. Jeder Tag brachte uns davon weitere. HipHop? Check. Jazz Dance? Check. Choreographie? Check. Floorwork? Check. Über die von den Teilnehmern aus unseren eigenen Gebieten zu vermittelnden Anleitungen wiederum habe ich unter anderem Oriental und Salsa kennengelernt. Wer hätte gedacht, dass das „auch“ Spaß macht, und es so viele Verwandtschaften gibt – das „durch die Wüste reitende Kamel“ hat nicht nur den Namen mit unserem „Camel Walk“ im Authentic Jazz gemein, und den Shimmy kann es auch!

Auch wenn es sicher viel ums selbst Tanzen ging: sehr großen und notwendigen Raum nahm die Vorbereitung von Körper und Seele ein. Entspannung, richtiges Dehnen und Stretching, Yoga und die Weitergabe der entsprechenden Techniken an andere Menschen sind mindestens genauso wichtig wie der Tanz selbst für das eigene Wohlbefinden und Gesundheit wie die der Tanzgäste oder Kunden, denen man diese vermittelt. Jetzt erst habe ich verstanden, dass ich mich jeden Morgen nach dem Aufstehen völlig falsch mobilisiert habe. Liebe Mittänzer, bitte beschäftigt euch auch damit, die Angebote sind da!

Besonders aufregend waren natürlich die selbst durchzuführenden kurzen Anleitungen und die finale Lehrprobe. Hier zeigte sich wunderbar die bereits erwähnte Vielfalt bei den Teilnehmern – von der Kakao-Schamanin aus Peru über die Theaterpädagogin hin zur Orientaltänzerin. Diese Menschen konnte ich in Berührung bringen mit dem Swing-Tanz und der damit verbundenen Musik und Lebensfreude. Was war ich aufgeregt vor meinen Lehrproben, was habe ich aus dem individuellen Feedback nicht alles Schönes mitnehmen können an Bestätigung und frischen Impulsen (und nicht nur ein Zertifikat).

Sechs Tage immenser körperlicher und mentaler Anstrengung liegen hinter mir, wenig Schlaf, der Aufregung und des vielen Inputs wegen – die Nacht danach allerdings habe ich geschlafen wie ein Stein und war nicht zu wecken. Ich habe so viele Eindrücke gewonnen, liebe Menschen kennengelernt, Kontakte geknüpft, Ideen entwickelt… es wird noch eine Weile brauchen das alles zu verarbeiten und umzusetzen, diese Schatztruhe an Wissen und die vielen Möglichkeiten, die sich aufgetan haben. Da entdecke ich doch ganz unerwartet meine Faszination für choreographische Arbeit…

Eine mehrtägige Weiterbildung wie diese ist selbstverständlich nicht vergleichbar mit einer vollständigen mehr jährigen Ausbildung, die viel tiefer geht und noch viel mehr vermittelt und abverlangt. Wer jedoch auf irgendeine Weise Tanz und Bewegung vermitteln und unterrichten sollte, bisher keine Ausbildung hat und für den eine solche mehrjährige einfach nicht in Frage kommt – der kann sich mit diesen kompakten, anstrengenden, herausfordernden, absolut lohnenswerten sechs Tagen ein tolles Fundament schaffen. Hört niemals auf zu lernen, neue Dinge und Tänze auszuprobieren, die Komfortzone zu verlassen und euch zu challengen!

Bis bald auf der Tanzfläche!

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