LUCKY LINDYs HOP Premiere

Nun ist es endlich so weit! Rückt die Sessel vor die Bildschirme, stellt die Sprudellimos kalt, crusht das Eis und lasst das Popcorn tanzen! Am 21.02.21 pünktlich um 20:00 Uhr geht der Vorhang auf für die Premiere des lang ersehnten Laien-Tanztheaterstücks LUCKY LINDYs HOP! Buche dir nun deinen exklusiven Platz im Heimkinosaal (Zoom-Zugangsdaten kommen per Mail nach Bezahlung)
Die Premiere wird durch ein kleines Rahmenprogramm begleitet. Macht euch fein, und tretet ein!
Ihr “Kinobesuch” wird 90 Minuten dauern. Im Anschluss gibt es bei der “Premierenfeier” Zeit sich über das Projekt auszutauschen. Weitere Termine sind der 13.03.21 und 19.03.21 jeweils um 20:00 Uhr.

Kinokasse und Preise

Mit eurem Beitrag verhelft Ihr unserem Projekt zur Kostendeckung. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir unsere hauptberuflichen  Musiker, Filmografen und Choreografen angemessen bezahlen können. Bitte gebt selbstständig den Betrag ein, den ihr leisten wollt. Die Preiskategorien sind folgende:

Parkett – 12€/Ermäßigt für Schüler*innen und Studierende 7€
Buchung bis 24 Std. vor dem Event
Vorstellung inkl. Digital Bundle (Infomaterial per Mail)
Loge – 19€
Buchung bis eine Woche vor dem Event
Vorstellung inkl. Home Bundle (Programmzeitung, Infomaterial & Überraschungen per Post)
VIP – gratis
Ehrengäste werden per Einladung informiert
Artists – gratis
Tänzer*Innen

Swingtänze als Inspiration für künstlerische Arbeit

Die wichtigste Arbeit des Projekts LUCKY LINDYs HOP ist, den beteiligten Freizeittänzern die Welt des künstlerischen Tanzes nahe zu bringen, eigene Gefühle und Erlebnisse darin zu verarbeiten und sich körperlich mit einem Thema auseinander zu setzen.
Die afroamerikanischen “Swing-“Stile sind Improvisationstänze mit spezifischen körperlichen Kommunikationselementen. Diese werden wie ein Alphabet zu Bewegungsabläufen, zu Tänzen mit oder ohne Partner zusammengefügt. Je nachdem, wie fortgeschritten Swingtänzer sind, werden größere standardisierte Figuren aneinandergereiht oder jedes einzelne Bewegungselement spontan passend zur Musik getanzt.

 

Welchen Lindbergh zeigt das Stück?

Lindberghs Biografie ist mehr als kontrovers. Umso mehr erstaunt es, dass der Lindy Hop nach ihm benannt worden sein soll. Auf diese Weise wird Lindbergh noch heute mit den Authentic Jazz Stilen in Verbindung gebracht, welche vor dem Hintergrund von Kolonialisierung und Sklavenhandel entstanden und seither weltweit verschiedenste Menschen miteinander verbinden.

Ein faszinierender Widerspruch, den wir im Rahmen unseres Vorhabens nicht unbeachtet lassen werden. Tänzerisch interessiert uns besonders die emotionale Entwicklung des jungen Lindbergh während der 33 Stunden und 30 Minuten allein über dem offenen Meer.

Welche Träume, welche Ängste beschäftigen einen jungen Menschen, konfrontiert mit der Einsamkeit, dem Tod – und vor allem mit sich selbst? Welchen Abgründen seiner narzisstischen Persönlichkeit begegnete er in dieser Ausnahmesituation? Obwohl alle Welt seinen Flug mitverfolgte, teilte Lindbergh diese Erfahrung allein mit sich selbst.

Das Tanzstück wird klassisch in drei Akte unterteilt, in denen Start, Flug und Landung symbolisiert werden. Sie stellen gleichsam die emotionale Entwicklung des Menschen Lindbergh dar, innerhalb jener gefährlichen 33 Stunden und 30 Minuten, die sein abenteuerliches Unterfangen dauerte.

Zum Projekt LUCKY LINDYs HOP

Lucky LINDYs HOP ist ein zeitgenössisches Tanztheater aus den Vintage-Tanzstilen Lindy Hop, Blues und Charleston. Mit ihnen wurde durch moderne Choreografiearbeit ein Handlungsballett zur Atlantiküberquerung Charles Lindberghs gestaltet. Das Stück wurde live begleitet von der Band Black Mountain Swing.

An der Produktion arbeiteten vor der Corona-Pandemie vier junge Choreografen (Schwerpunkt künstlerischer Tanz und Performance) und vierzig Laien-TänzerInnen der Hamburger Swingtanz-Szene, aber auch professionelle Schauspieler und Berufstänzer/innen. Durch COVID-19 mussten nahezu alle Ziele des Projekts neu gesetzt werden.

P9090207 Kopie

Die vielen Gesichter von Charles Lindbergh

Charles A. Lindbergh, geboren 1902 in Detroit, wächst als einsames Kind an verschiedenen Orten auf und wird Pilot. Der junge Lindbergh ist ehrgeizig, intelligent, überheblich, diszipliniert und risikobereit.

Als er mit 25 Jahren in New York seinen Direktflug nach Paris startet, halten viele dies für sein Todesurteil. Nach 33 ½ gefährlichen Stunden über dem Ozean erreicht er Paris und wird schlagartig zum weltberühmten Nationalhelden. Auch der wilde neue Paartanz „Lindy Hop“ wird nach ihm benannt.

Lindberghs enorme Prominenz kostet ihn viel, sogar das Leben seines ersten Sohnes. Während der älter gewordene Lindbergh mit dem deutschen Nationalsozialismus sympathisierte, wird die tanzende Swing-Jugend in Hamburg verfolgt und deportiert.

Lindbergh bleibt überzeugter Sozialdarwinist. Seine waghalsige Atlantiküberquerung hingegen steht für unser Potenzial, Grenzen zu überwinden. Dies teilt sie mit den afroamerikanischen Authentic Jazz Tanzstilen, die zum Symbol für Offenheit, Toleranz und Freiheitsliebe wurden.

Im Alter wird Lindbergh zum Naturschützer. Erst nach seinem Tod wird bekannt, dass er heimlich vier Familien gleichzeitig führte.